"Der goldene Pfeil" von Stefan Jahnke




Fantasy-Roman

Paperback
308 Seiten
Books on Demand, Norderstedt
April 2012
ISBN: 978-3-8482-0760-2


Menschen wollen den uralten Wald zerstören, dort eine Stadt bauen. Dabei gilt der Pakt mit den Göttern. Die Natur und ihre Wesen sind zu ehren und nicht zu vertreiben.
Göttin Diana ist außer sich. Menatron, ihr so menschlicher Berater und Partner, erinnert sie an das alte Gelübde. Wollte nicht Artemis, von der sie einst ihr Reich übernahm, das Tun der Menschen überwachen? Die Göttin vertraut darauf. Nur, wie soll sie eine Nachricht senden? Einzig der goldene Pfeil, verschossen vom höchsten Turm des Schlosses, kann helfen.
Warum geschieht trotzdem nichts? Als Diana sich gemeinsam mit Zwerg Morgentau entschließt, zu den Menschen zu reisen, kann sie Artemis nicht finden. Zu spät erkennt die immer mehr ihrer Macht verlierende Göttin ihren Fehler, sich auf einen Zwerg zu verlassen. Er versucht, ihr Gespür auf zwei Menschenkinder zu lenken. Julia und Maik, die außergewöhnliche Fähigkeiten im Bogenschießen entwickelten, obwohl die Menschen heute lieber vor dem Computer sitzen. Was bezweckt Morgentau damit?
Welche Rollen spielen ein verstockter Politiker, von ihrem Auftrag überzeugte Ökoaktivisten, eine geheimnisvoll herumflatternde Elfe und ein bei Regen abzurutschen drohender Steilhang am vergifteten See? Bleibt der goldene Pfeil auf ewig verschollen? Und wo ist nur Artemis?


Leseprobe

Prolog

"Seid gegrüßt, holde Göttin der Jagd und des Mondes. Möge die Sonne des frühen Morgens Euch zu Gefallen scheinen, jetzt, da die Wehrwölfe der Nacht mit der silbernen Himmelsscheibe in der Finsternis versanken und ich die flatternden Gesellen unserer transsilvanischen Freunde mit… wie unromantisch… Knoblauchbutter vertrieb!"
Der kleine Kerl, der sich nur allzu gern in ihrem Umkreis aufhielt, lächelte schelmisch. Sie wusste, was er im Schilde führte und schnippte nur unwillig mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand. Wie durch einen Zaubernebel verschwand der Sprecher. Noch eine Weile war da dieser Geruch, den Zwerg Morgentau auf die Halme und Blätter ihres Waldes zauberte. Dabei saß sie doch auf ihrer Bettstatt im Schloss der Götter am Rande des Menschenreiches und vermisste wieder einmal ihre Gefährten, deren Wege sie bewachte.
Jagd… oh ja, das ist ihre Passion. Doch nicht so, wie diese Menschen, denen sie Zutritt in ihr altes Reich gewährte.
Voller Unmut steht sie auf. Fast wäre sie über den Saum ihres Nachtgewandes gestolpert, doch als Göttin wird sie gehalten von der Macht des Übernatürlichen.
Der Kristall auf dem kleinen Tisch am Fenster lügt nie. Ihm verdankt sie, stets zu wissen, was in ihrem Reich geschieht.
Da sind sie, diese Menschen. Wie konnte sie ihnen nur gestatten, hier zu leben? Nicht nur, dass sie sich Bäume fällten, um Hütten zu bauen und Dörfer anzulegen… nein! Sie töten so viele ihrer geliebten Tiere. Mehr, viel mehr, als sie wirklich verzehren müssten. Völlerei! Dabei sind sie nur zu faul, Früchte des Waldes zu sammeln… oh weh… nein, das können sie kaum mehr. Denn das Unterholz, die schönen Beerenhecken… alles haben sie zerstört. Raum wollen sie haben.
Fast übersieht Diana jenen Platz, der gestern noch nicht da war. Was ist das? Wer wagt es, ohne ihre Erlaubnis…? Oh ja, sie denken, sie können alles tun!
Rund… die alten, dicken Stämme liegen fein säuberlich am Rande der neuen Lichtung aufgeschichtet. Und sie hört Schläge… Axtschläge. Gefolgt von anderen Geräuschen. Man baut. Was?
Ängstliche Stimmen dringen zu ihr. Stimmen, die nur sie vernehmen kann. Ihre Tiere, die sie hegt, sie fliehen… fliehen vor diesen… elenden einfältigen Tölpeln!
"Eine Stadt wollen sie bauen. Größer noch, als alle Dörfer der Gegend zusammen!"
Menatron trat lautlos ein. So ist es seine Art. Diana stört sich nicht daran. Er ist ihr Minister, ihr Wächter, der Mann, der für sie spioniert und mit dem sie eine gute Lösung sucht und findet. Meist zumindest.
"Eine Stadt?"
Sie kennt Städte. Jenseits des Waldes. Sind die denn nicht genug? Nein, nein… das darf sie ihnen nicht gestatten!
"Meine Herrin…"
Menatron tritt an sie heran. Sie genießt diese Momente. Doch ist da die Scheu, sich mit einem Gemeinen einzulassen, keinem Gott eben.
"…Artemis muss helfen!"
Artemis... warum? Ja, einst herrschten andere über ihr Reich. Dann übernahm sie es. In Freundschaft. Seither sahen sie sich nicht, hörten nur von vielen Taten. Immer noch sorgen sich beide um das Land, erlösten mit ihren Bögen schon so manch von dummen Menschen wundgeschossenes Tier, brachten einer kleinen Gruppe dieser Wesen auf zwei Beinen bei, sich mit der Natur zu beschäftigen und nicht nur von ihr zu nehmen.
"Artemis!"
Ja, Menatron hat recht. Artemis allein kann helfen. Aber wie… wie soll sie die Nachricht senden?
"Der alte Brauch. Denkt an seine Zeit…"
Erst sah sie ihren Helfer fragend an, dann erinnert sie sich. Der Pfeil, der goldene Pfeil am See… seit Menschengedenken… oh, sie nutzt auch schon deren Zeitrechnung… Nein, schon länger, als es Götter gibt, ist da dieser Pfeil. Mit ihm wird sie Artemis benachrichtigen.
"Bring ihn mir!"
Zufrieden lächelnd nickt der Minister und geht. Ja, sie wird den Pfeil besprechen, ihn als Botschaft nutzen.

[...]


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